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Ich mag mich nicht besonders.

Ich bin launisch, bissig, direkt, und gerade in solchen Stimmungen auch besonders abwehrend, weinerlich und leicht zu verletzen. Keine gute Mischung, wenn man mit harten Kommentaren anderen auf die Füße tritt und sich dann wundert, wenn man eine wörtliche Ohrfeige zurückbekommt.

Vor allem aber bin ich schwach, habe relativ niedrige Belastungsgrenzen und meine Selbstverachtung in solchen Stimmungen hat schon was Gewalttätiges.
Ich möchte diesem dummen Mädchen weh tun. Es bestrafen.

Dafür, dass sie nicht so gut funktioniert wie die anderen. Dass es nie für eine 1 genügt. Dass zwar Begeisterung und Spaß an Dingen da ist, aber es nie genügt für Glanzleistungen.
Mittelmaß.

Wenn sie sich mal ordentlich anstrengen würde, auch mal ackert bis die Hände bluten, wäre so eine befriedigende Leistung vielleicht auch mal drin.

Aber die faule Kuh kriegt ja doch nichts auf die Reihe.

Ich will ihr weh tun.



... Letzten Endes ist Selbstverachtung ja doch einfacher als Verzweiflung.

Vor allem, weil Ersteres nicht so erbärmlich ist.
Panik vor der abgegebenen Seminararbeit, Enttäuschung vor der verdienten 2,7 bei dem hingeschluderten Essay, Angst vor dem Suchen nach Stellen zum drauf Bewerben, fehlendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auch nur für irgendeine Stelle gut genug zu sein, fehlendes Selbstvertrauen sich nochmal ein Bachelorstudium zuzutrauen falls mit Stellen nichts wird, Angst sich überhaupt zu bewerben bei Stellen die ich gerne hätte weils ja eh nichts wird.
Panische Angst vor der Bachelorarbeit und Zurückziehen von den Freunden die auch gerade schreiben, weil alle so viel bessertollerenergetischerzielstrebigerintelligenter sind.

Ja, ich weiß schon, das haben Geisteswissenschaften so an sich. Dass man sich anhören muss von anderen, dass die das auch gekonnt hätten.
Dass meine Englischkenntnisse ja gar nichts besonderes sind, weil "jeder kann Englisch" - aber ich kanns fast fehlerfrei. Das zählt nicht.
Einem Mathestudenten neidet keiner die Fähigkeiten. Wenn ich sage, dass ich Englisch kann, fühlt sich jeder gleich angegriffen.

Also machen sie meine Leistungen lieber klein, das kann nicht gewürdigt werden. Das schaffen die Leute nicht.
Und ich lasse sie.
Sage ja, natürlich könnt ihr auch Englisch, und ich bin nur ein bisschen besser weil ichs bald vier Jahre studiert hab.
Sage ja, natürlich ist mein Abi weniger wert, weil ichs nicht vom Gymnasium habe sondern von der Fachoberschule.

Und dann sehe ich plötzlich gar keine Erfolge mehr von mir.
Nur noch Fehler und Fehlschläge.

Weil ich dann unterm Strich, wenn man das so sieht, gar nichts geleistet habe, nichts wert war.

Letzten Endes ist es ja schließlich meine Sicht, die zählt.
Aber ich stehe vor einem ganz kleinen Haufen zersplitterten Träumen. Und bin ein wenig fassungslos, was nur aus der Zuversicht des kleinen Mädchens von früher geworden ist.

Ich will die Zukunft nicht.
Ich will davon laufen, irgendeinen Grund haben nicht zu müssen.

Eine Möglichkeit finden, zu verstecken.
Dass ich immer noch einen Horror vor Koffern habe, dass ich nicht einmal ans Fliegen und Verreisen denken kann ohne dass mir schlecht wird. Soviel zu meinem 'erfolgreichen' Englandaufenthalt

... Und dann will ich doch wieder ehrlich sein, dass ich im Praktikum danach immerhin das Übersetzen gut gemacht habe. Immerhin.

Aber jeden kleinen Fehler den ich mache zerdenke ich, bis am Ende nichts Positives mehr übrig bleibt.
25.3.13 23:47


Im Moment mache ich mir einen Spaß daraus, beim Sprechen den Konjunktiv zu verwenden. Den Ersten, bei dem man noch richtig die Verben konjugiert und nicht bloß den, den man mit "würde" bildet.

Mein Lieblingswort ist dabei gerade "wöllte". Was natürlich vollkommener Quatsch ist, aber es liegt so toll auf der Zunge.


Den.nis kann es nicht ausstehen. Das Wort. Die Art.
Meint, es wirkt überheblich.
Wenn ich mich so "künstlich gehoben" ausdrücke.

Dabei ist das nur meine kleine Herausforderung an mich selber. Um zu sehen, ob ich den Konjuktiv denn anwenden könnte, wenn ich wöllte.



Genauso, wie ich mich jedes Mal wie ein Kind freue, wenn ich einen englischen Akzent richtig zuordnen kann.
Dann denkt er immer, ich will ihm das erklären. Dabei freue ich mich nur einfach über die Tatsache, dass ich es erkannt habe.

Aber vielleicht sind wir da auch bloß wieder beim Anfangsproblem: das andere Leute Dinge für selbstverständlich erachten, die für mich nie eine Selbstverständlichkeit geworden sind. Wie eben die Fähigkeit und Selbstsicherheit mit dem Englischen.



Ich habe immer die Hoffnung, dass das irgendwann kommt.
Dass ich aufhöre, mich wie ein Versager zu fühlen.

Immerhin habe ich Abitur.
Und wenns beim Bachelorabschluss nur für ein 2,7 reicht, dann seis drum. (Hm, kriegen wir vielleicht sogar ein 2,3 hin?) Immerhin ists ein Studienabschluss!


Ja, vielleicht hört irgendwann das Gefühl auf, nur ein Lückenfüller im Leben der anderen zu sein.
26.3.13 00:00





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