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Ohne meine Mitbewohnerinnen wäre England wahrscheinlich nur halb so anstrengend. Ja, klar, es ist immer schwierig, mit anderen zusammen zu leben. Aber gerade fühl ich mich einfach nur schlecht damit und ich will, dass die letzten blöden zwei Wochen endlich um sind und ich den Käse hinter mir hab. Ich mag nicht mehr.
Nach einem Monat daheim ists dann hoffentlich auch wieder besser, hier, mit allem. Dann muss ich hier auch nur noch fünf Wochen bleiben, dann noch ein paar Tage Urlaub mit meiner Familie und dann komm ich heim.
Und jetzt ists glaub ich ganz gut, dass ich meinen großen Bruder in ner Stunde vom Flughafen abholen kann und dann die nächsten Tage hier nicht zu viel Zeit zum Nachdenken und Herumdümpeln habe.
1.3.12 16:43


"Du bist so langweilig!"

Ich möchte mich für ihn nicht abstrampeln müssen. Natürlich versteh ichs, wenn ich ihm zu öde bin, wenn ich eher trantütig drauf bin anstatt energetisch herum zu hüpfen. Aber mir das so direkt ins Gesicht zu haben, obwohl ich vorher vorgeschlagen habe, zu spielen, und er nur herumsaß, dann aber doch nicht energiegeladen war, ihn jetzt zu motivieren...
Ich mag nicht das Gefühl haben, nicht ausreichend toll, gut, attraktiv, zufriedenstellend für ihn zu sein.

Ich will nicht, dass er an meinen Bauch greift und Speckrollen zählt. "1, 2, 3, 4, ..." Ja, ich wiege wieder 59kg, ja, ich habe das seit Oktober zugenommen, aber mit 167cm bin ich damit noch lange nicht dick. Noch lange nicht.
Und es tut mir nicht gut, wenn ich in den Spiegel sehe und mich wirklich anstrengen muss, mich nicht mit Ekel zu betrachten, und er mich dann dick nennt. Und aller Welt erzählt, dass es ihn total entsetzt hat, dass ich in England mehr gegessen habe als er. (Und er war obendrein krank, deswegen muss das gar nicht so viel heißen, auch wenn ich tatsächlich mehr gegessen habe, als normal für mich ist).
Aber mit dem Verhalten... nach solchen Aussagen sehe ich den Spiegel, sehe mein Gesicht, sehe das Doppelkinn, das sobald auftaucht, wenn ich nach unten sehe. Sehe die Pickel. Sehe die Haare, die frisch geschnittenen, die frisch gewaschenen, die eigentlich total hübschen, sehe sie um meinen Kopf herumfliegen und denke nur "hässlich, hässlich, hässlich". Der Körper, der davor noch ertragbar war, bekommt dann im Spiegel nicht mal mehr ein "passabel", sondern weckt den Wunsch, mit einem Messer an Hüfte, Bauch und Beinen herumzusäbeln. Weg mit dem Speck, schneiden wir ihn einfach ab. Lieber wieder weniger essen um abzunehmen, die Schokolade wieder weglassen? Nie im Leben, komm, da sind noch 100g der Zartbitterschokolade, die du so gerne magst, jetzt kannste die auch gleich ganz essen. Das zweite Frühstück und der Pudding nachmittags machens da auch schon nicht mehr aus. Immerhin hast du ja gestern Abend die Kugel Eis bei der Eisdiele nicht gegessen, auch wenns stattdessen dann daheim die Banane mit Nutella gab.
Anstatt wieder weniger zu essen, damit ich wieder bald glücklicher mit mir bin, stopfe ich jeden Tag nur noch mehr und mehr und mehr in mich herein.
Ich bewundere andere Leute, die täglich einfach essen können, ohne sich groß weiter Gedanken darum zu machen.

Hunger oder nicht, keine Ahnung. Das sieht nach einer normalen Portion aus. Ist es jetzt unnormal, mir noch einmal nachzunehmen? Was habe ich denn vorher schon gegessen, ist es normal, jetzt noch eine Portion zu nehmen? Der Zwischensnack, bin ich einfach nur durstig? Gut, dann setzen wir die Kanne Tee auf, trinken den auch innerhalb einer Stunde, aber der Pudding, den will ich trotzdem.
Haferflocken, mit Kakaopulver in der Früh, das klingt nach einem akzeptablen Frühstück. Wie viel ist genug, wie viel ist zu viel? Sollte ich nicht generell für die nächsten Tage einfach das Frühstück so lang wie möglich herauszögern, nachdem mein Essverhalten grad sowieso zum Kotzen ist?
Ja, so steh ich halt nach der Schokolade da und überlege mir allen Ernstes, ob ich das mit dem Kotzen nicht heute mal wieder versuchen sollte.

Außer Kontrolle.
So gesehen hab ich Leute mit SVV schon immer verstanden. Gewichtszunahme sieht nicht so auffällig aus wie blutende Fleischwunden. Dass ich mich nach jeder extra Portion Essen hasse (wenn mich keiner essen sieht, weiß ja keiner, dass ichs gegessen habe!), dass ich mich dafür schäme, dass ich die Wäsche aufhänge, um gemocht zu werden (dabei hab ich das bei meiner Familie gar nicht nötig, solcherlei Kleinkram, die haben mich auch so lieb!).

Ich verachte mich gerade ziemlich. Ich weiß nichts mit mir anzufangen. Ich bin rastlos. Ruhelos.
Essen beschäftigt. Schafft Sicherheit.

Hilfe.
29.3.12 00:01





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