Startseite
  Archiv
  Sie
  Bücher
  Worte
  Limmericks
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Freunde
    roblog
    - mehr Freunde



http://myblog.de/traeumerchen

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ich kannte ihn ungefähr drei Jahre... viele längere Mails und Briefe lang und drei Telefonate, eins davon das wohl Besonderste in meinem Leben. Er hat kein einziges Wort gesagt, weil er Angst hatte, dass seine Stimme hässlich klingt. Also habe nur ich geredet und er hat mir in ICQ geantwortet.
Die anderen beiden Male haben wir zusammen geredet, auch wenn es ein bisschen schwierig war, die Unterhaltung am Laufen zu halten. Er war die ganze Zeit davon überzeugt, dass er nicht menschlich genug sei, um normal mit jemandem zu reden und ich hatte die ganze Zeit Angst davor, ihn mit einer unbedachten Äußerung zu verletzen.

Das letzte Mal gechattet haben wir um Oktober herum, ein Gespräch, das im Streit endete. Weil ich ihm nicht sagen konnte, dass ich es akzeptiere, dass er seinen 18. Geburtstag im Dezember nicht mehr erleben will. Für ihn stand das aber fest... und ich wollte das nicht und kam nicht damit klar. Ich wollte ihm mein "Okay" dafür nicht geben, weil er für mich - trotz des wenigen Kontakts - ein wertvoller Mensch war, den ich gerne in meinem Leben behalten wollte.

Ich habe oft an ihn gedacht und Anfang Februar hab ich ihm dann einen Brief geschrieben, in den ich ihn darum bat, mir doch bitte ein Lebenszeichen von ihm zu schicken. Der ganze Sinn dieses Briefes war letztendlich, mir die Gewissheit zu geben, dass er noch lebt. Hätte ich daran geglaubt, dass es nicht so ist, hätte ich ihn nicht abgeschickt, das hätte ich seiner Mutter nicht antun wollen. Aber beim Schreiben dieses Briefes war ich mir eigentlich sicher, dass er noch lebt.

Diesen Mittwoch jetzt, Anfang März, lag ein Brief vor meiner Zimmertür, mit einem Absendervorname der mit "E." abgekürzt war. Er hieß Raphael.
An diesem Mittwoch bin ich bis Freitag auf Klassenfahrt gefahren. Aber wenn ich ihn nicht geöffnet hätte, hätte ich nur die ganze Zeit bis ich wieder daheim gewesen wäre darüber nachgedacht. Und mir vielleicht doch dumme Hoffnungen gemacht.
Obwohl ich es schon wusste, bevor ich die zwei Zeilen in dem Brief gelesen habe. Die Schrift auf dem Briefumschlag war nicht seine und der Name auch nicht.
Auf dem einzelnen Blatt, das sich im Umschlag befand, stand links oben der ganze Name ausgeschrieben... Erika. Und rechts oben das Datum, an dem diese Frau ihn verfasst hat. Am 2.3.2009 - zwei Tage hat er zu mir gebraucht.

Raphael lebt nicht mehr.
Er hat sich am 18. Januar selbst getötet.


Darunter ihre Unterschrift.



Meine Reaktion hat mich wütend gemacht. Weil ich es schon vorher eigentlich wusste - auch vor der Ankunft dieses Briefes, normalerweise hat er immer sehr schnell geantwortet - war ich sehr gefasst. Und bin es auch geblieben.
Vielleicht stand er mir doch nicht nahe genug. Oder vielleicht war er mir doch nicht wichtig genug.

Aber dieselben Zweifel hatte ich auch schon beim Tod meiner Oma.

In Nürnberg dann habe ich in einer evangelischen Kirche mit einem katholischen Schutzpatron, über den in der Stadtführung Wundergeschichten erzählt worden sind, zwei Kerzen angezündet.
Eine für meine Oma. Und eine für ihn.

Für meine Oma zünde ich gerne eine Kerze an. Sie war sehr religiös, ist jeden Sonntag in die Kirche und eigentlich habe ich mich damals nur für sie taufen und konfirmieren lassen, weil ich wusste, dass es sie so sehr gefreut hat. Das Jahr darauf ist sie gestorben und ich sehe es ein bisschen als mein letztes Geschenk an sie an.
Auch wenn ich selber nicht kirchlich religiös bin, bin ich mir sicher, dass der Gott, an den sie geglaubt hat, ihr die lieben Grüße mit diesen Kerzen, die ich in seinem Haus für sie anzündet, ausrichtet.
Die Grüße dieses Mal zusammen mit meiner Bitte an sie, sich doch um Raphael zu "kümmern". Statt den Enkeln im Leben einem anderen Jungen zuwendend, der ihr jetzt näher ist als wir ihr.
Gerade weil er es mehr braucht, weil er das Leben nicht ertragen hat.
Und jeder Gott, der Selbstmörder nicht in den Himmel lässt, mit dem möchte ich sowieso nichts zu tun haben.

Das Anzünden der Kerzen hat das Rastlose von davor beruhigt. Ich möchte jetzt einfach daran glauben, dass meine Oma ein bisschen auf ihn aufpasst.

Dann muss ich auch nicht traurig sein.
8.3.09 18:04


Tinchen hat mir auf meine SMS dann noch noch mit eigentlich nur leichter Verspätung zurückgeschrieben. Die Woche darauf haben wir uns dann gleich getroffen und jetzt im Moment hab ich nicht mehr das Gefühl, dass sämtliche meiner Freundschaften irgendwie nichts mehr sind.
Es ist zwar tatsächlich nicht mehr so eng wie es schon war, aber vielleicht muss das auch sein.
Wo wir doch alle jetzt in wirklich engen, festen Beziehungen sind... und obwohl außer San und Flo alle erst ungefähr ein Jahr zusammen sind, sieht es im Moment nicht so aus, als würde da irgendwo etwas demnächst auseinander gehen.

Obwohl ich manche Äußerungen dann doch etwas seltsam finde... ob Michi und Tinchen sich da jetzt nur zu sehr in etwas reinsteigern oder ob sie einfach eher auf diesem... spirituellen Trip sind, ist da relativ egal.
Aber wenn Tinchen mich fragt, ob ich mit meinem Freund eigentlich auch so eine "spezielle Verbindung" habe wie Tinchen und Michi mit ihren Freunden, wo sie dann immer "genau wissen" wie es dem anderen "gerade geht", dann... find ichs irgendwie grußelig. Ist nicht so meins.

Vor allem stelle ich mir das unmenschlich vor, sich dann von so jemandem zu trennen, zu dem ich so eine Bindung habe.



Aber das klang bei Tinchen auch so, als wäre das so essentiell um wirklich glücklich zu sein in einer Beziehung.

Ich bin mit dem, was ich jetzt habe, ohnehin schon mehr als zufrieden.... diese Momente, in denen man aneinandergekuschelt im Bett liegt und beide dieses Gefühl haben von hundertprozentiger Zufriedenheit und dass es sich einfach... Richtig... anfühlt.

Mehr, als ich mir je zu hoffen gewagt hätte.
8.3.09 20:06


Ein paar Mal haben wir nachts gechattet, bis die Sonne wieder aufgegangen ist und die Vögel angefangen haben zu zwitschern.

Nein, ich bin nicht traurig.
Aber ich möchte die Momente nicht vergessen.
Dazu haben sie mir zu viel bedeutet.
8.3.09 22:55


Manchmal mache ich den Fehler, abends noch Mangas oder auch Bücher anzufangen, die es mir unmöglich machen, aufzuhören. Die es mir unmöglich machen, schlafen zu gehen, weil ich mich fühle, als würde ich nicht einmal existiere.

Und gerade, als ich "Hoshi wa Utau", ein Manga derselben Zeichnerin von Fruits Basket, gelesen habe, kam mir der Gedanke, dass mir ein Mensch eigentlich wirklich nicht so endgültig durch die Finger gleiten sollte.
9.3.09 00:25


Eine kurze Mail von ihm bei Lokalisten und zehn Minuten später kam er noch bei ICQ online obwohl er eigentlich den Computer ausschalten wollte, weil er gesehen hat, dass ich da war. So hab ich jetzt aber noch ein Gutenachtgespräch bekommen und fühle mich geliebt.
Meine Zuckerstückchen des Alltags und Menschen, die mir so viel wert sind.

Heute muss ich noch für die Geschichtsklausur morgen lernen, aber morgen nach der Schule werde ich Freundschaftsliebesbriefe schreiben.
16.3.09 21:11


Ich tu mir grad selber nicht gut.
Nachts schlafe ich nicht durch, weil ich mich immer wieder dabei ertappe, dass ich halb wach bin und sehr angestrengt und konzentriert über etwas nachdenke, dass mir in diesem Halbschlaf auch unheimlich logisch und vor allem sehr wichtig vorkommt. Bis ich es dann schaffe, richtig wach zu werden um danach wirklich wieder einzuschlafen, dauert es immer einige Zeit und ist echt nicht erholsam.

Die Sonne geht im Moment immer schon ungefähr um 6 Uhr morgens auf - und da wache ich dann auch immer das erste Mal auf und bin halbwach bis ich wirklich aufstehen müsste. Allerdings tu ichs dann nicht, weil ich viel zu müde bin und schlafe immer so lange weiter, bis ich nur noch eine Viertelstunde habe, bis ich weg muss.

Wirklich anstrengend. Ich bin nicht mehr wach, sondern immer müde, egal wie viel ich letztendlich wirklich schlafe, selbst wenn es acht Stunden sind.

Heute in der Schule hab ich mit zwei Mädels drüber geredet und letztendlich belüge ich mich wahrscheinlich mal wieder selber damit, dass es mir ja gut geht und alles.
Wahrscheinlich bin ich eigentlich nur mal wieder wirklich unheimlich krass gestresst und gestehe es mir selber nicht ein.

Was könnte mich also beschäftigen? Mal aufgezählt, macht es vielleicht mehr Sinn, dass es mich beschäftigen könnte...

- Biologieschulaufgabe nächste Woche am Montag
- Informatikreferat dann am Dienstag
- Mathematikex am Donnerstag
- Deutschschulaufgabe die Woche drauf am Montag
- Englischschulaufgabe am Dienstag

Und natürlich die Gedanken, die ich mir um meine Zukunft mache. Nach dem Gespräch mit Dad bin ich von der Idee wieder abgewichen, einfach so Anglizistik oder Amerikanistik zu studieren, nur, weil ich Englisch gerne mag. Es ist einfach wirklich noch nicht die Optimallösung, da hat er schon Recht. Zumal es einfach keinen Sinn macht, ein Fach mit eher schlechteren Zukunftsaussichten zu studieren, wenn es eben nicht die Optimallösung ist. Wäre sies, wären mir die Aussichten egal.
Aber ich hab einfach immer noch nicht das Nonplusultra gefunden und das ist wirklich bescheuert.

... Okay. Ich habe also die Tatsache ausgesprochen, dass ich gestresst bin und es mir eigentlich nicht gut geht.
Ich denke das.
Aber ich fühls nicht.

Vom Gefühl her ist es nichts anderes als "Aha. Interessant. Und weiter?", so als müsste noch irgendetwas darauf folgen, dass mehr Sinn macht oder logischer ist.
19.3.09 22:26


Disziplin.

Weil mir mein Selbstbewusstsein ein paar Stunden Auswendiglernen wert ist.

Weil der gute Schnitt vom Halbjahreszeugnis richtig gut getan hat.
Den will ich behalten.
22.3.09 20:05





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung